So arbeitet der LumiScan X
Der LumiScan X ist eine Lichtfeldkamera von HD Vision Systems auf Basis eines Kamera-Arrays für die industrielle 3D-Bildverarbeitung. Diese Seite beschreibt, wie er dreidimensionale Daten aufnimmt und rekonstruiert und welche Faktoren die Qualität der Ergebnisse bestimmen. Die allgemeinen Prinzipien erklären Lichtfeld-Bildgebung und Aufnahmearchitekturen für Lichtfelder.
Lichtfeld-Bildgebung mit einem Kamera-Array
Statt eines Mikrolinsen-Arrays in einem einzigen optischen System nutzt der LumiScan X 13 Kameras in einem kompakten Gehäuse, um das Lichtfeld aufzunehmen. Jede Kamera betrachtet die Szene aus einem anderen Blickpunkt, und zusammen enthalten ihre Bilder die räumliche und die Winkelinformation, aus der die dreidimensionale Geometrie der Szene rekonstruiert wird. Der Einsatz des LumiScan X ist für Robotik, Automatisierung und Qualitätsprüfung optimiert, zum Beispiel für Roboterführung, Objekterkennung und 3D-Prüfung.
Die vielen Blickpunkte liefern zusätzliche Beobachtungen jedes Szenenpunkts; das verbessert die Tiefenschätzung und verringert Mehrdeutigkeiten. Das ist ein besonderer Vorteil bei Objekten mit glänzenden Oberflächen und Reflexionen, bei denen ein Glanzlicht aus jedem Blickpunkt anders aussieht, und in vollen, ungeordneten Szenen wie beim Griff in die Kiste, in denen Teile für einige Kameras verdeckt, für andere aber sichtbar sind. Die erreichbare Genauigkeit und Robustheit der Rekonstruktion hängen von den Eigenschaften der Szene, der Kamerageometrie und den verwendeten Algorithmen ab.
Kameraanordnung
Das Kamera-Array besteht aus 13 monochromen Kameras mit je 1,2 MPix und 12 Bit (Technische Daten des Sensors). Die Kameras betrachten dasselbe Messvolumen von verschiedenen Positionen aus; ihre relativen Positionen und Orientierungen bestimmen die Winkelabtastung des Systems. Da die Blickpunkte räumlich getrennt sind, erscheint jeder Szenenpunkt mit einer Parallaxe zwischen den Kamerabildern, und diese Parallaxe liefert die geometrische Information für die Tiefenschätzung.
Im LumiScan Viewer zeigt das Register Frame die Bilder der 13 Einzelkameras, und Capture Center View exportiert das Bild der mittleren Kamera (siehe Benutzeroberfläche und Datenexport). Den LumiScan X gibt es mit drei Öffnungswinkeln: 60°, 40° und 30° (Öffnungswinkel).
Passive 3D-Bildgebung und Beleuchtung
Der LumiScan X ist eine passive 3D-Kamera: Anders als Streifenlicht- oder Lasertriangulationssysteme benötigt er grundsätzlich kein projiziertes Lichtmuster, um die Geometrie einer Szene zu bestimmen, sondern gewinnt die Tiefe aus den Bildern seiner Kameras. Er benötigt aber genügend Bildinformation für die Korrespondenzschätzung; je nach Anwendung ist daher eine geeignete Umgebungs- oder anwendungsspezifische Beleuchtung erforderlich.
Für Oberflächen ohne Textur projiziert der Musterprojektor LumiScan SL ein Muster auf die Oberfläche: eine künstliche Textur, mit der sich Korrespondenzen finden lassen. Das Trigger-Out-Signal des LumiScan X löst den LumiScan SL gleichzeitig mit der Bildaufnahme aus (Trigger-Ausgangssignal).
Bildaufnahme mit mehreren Kameras
Alle 13 Kameras des LumiScan X belichten gleichzeitig, sodass jeder Frame 13 Bilder der Szene aus demselben Augenblick enthält; im LumiScan Viewer speichert Capture Whole Frame diese 13 Einzelbilder als Rohdaten. Würden die Kameras nacheinander belichten, erschiene ein Objekt, das sich zwischen den Belichtungen bewegt, in den Bildern an unterschiedlichen Positionen, und die Beobachtungen würden nicht mehr zusammenpassen. Da die Belichtungen gleichzeitig erfolgen, kann der LumiScan X auch bewegte Objekte aufnehmen und vermessen.
Die Einstellung Trigger legt fest, wann der LumiScan X einen Frame aufnimmt: fortlaufend (Stream), auf einen Software-Trigger oder auf einen externen Hardware-Trigger, zum Beispiel von einer SPS (Kameraeinstellungen, Trigger-Eingangssignal). Die maximale Bildrate beträgt 6 fps; mit dem Pixelformat Mono12 ist die Bildrate auf 3 fps begrenzt, die Ergebnisse können dafür genauer sein.
Modell der Bildentstehung
Jede Kamera lässt sich durch ein kalibriertes perspektivisches Projektionsmodell beschreiben, sofern dieses ihre Optik ausreichend genau annähert. Ein Punkt \(\mathbf{X}\) im Referenzkoordinatensystem wird in das Koordinatensystem der Kamera \(i\) transformiert:
Dabei ist \(R_i\) die Rotationsmatrix und \(\mathbf{t}_i\) der Translationsvektor der Kamera \(i\), und \(\mathbf{X}_{c,i}\) ist der Punkt in Kamerakoordinaten. Anschließend wird der Punkt mit der intrinsischen Kameramatrix \(K_i\) in das Bild projiziert. In homogenen Koordinaten lautet die ideale Lochkameraprojektion auf den Bildpunkt \((x_i, y_i)\):
Dabei ist \(\lambda_i\) ein Skalierungsfaktor. Die Objektivverzeichnung wird gesondert modelliert. Mit diesen Parametern lässt sich jede Bildbeobachtung einem Strahl in einem gemeinsamen dreidimensionalen Koordinatensystem zuordnen.
Geometrische Kalibrierung
Eine genaue geometrische Kalibrierung ist für die 3D-Rekonstruktion mit einem Kamera-Array unerlässlich: Sie bestimmt den mathematischen Zusammenhang zwischen Bildkoordinaten und den zugehörigen Strahlen im Raum. Dabei sind zwei Gruppen von Parametern beteiligt.
Intrinsische Parameter
Die intrinsischen Parameter beschreiben die optischen Eigenschaften einer einzelnen Kamera: die Brennweiten, den Hauptpunkt und die Parameter der Objektivverzeichnung. Sie bestimmen, wie ein Punkt im Raum auf den Bildsensor projiziert wird (\(K_i\) und das Verzeichnungsmodell in Modell der Bildentstehung).
Extrinsische Parameter
Die extrinsischen Parameter beschreiben die Position und Orientierung jeder Kamera relativ zu einem gemeinsamen Koordinatensystem: eine dreidimensionale Translation und eine dreidimensionale Rotation (\(\mathbf{t}_i\) und \(R_i\)). Zusammen mit den intrinsischen Parametern legen sie die Geometrie des gesamten Kamera-Arrays fest.
Kalibrierung des LumiScan X
Kalibrierfehler wirken sich direkt auf die rekonstruierten 3D-Punkte aus: Schon kleine Fehler in Orientierung, Position oder Brennweite einer Kamera können systematische Tiefenabweichungen verursachen. Ein Kamera-Array benötigt daher einen mechanisch stabilen Aufbau und eine genaue Kalibrierung, und Änderungen an der optischen Konfiguration oder an der relativen Kamerageometrie können eine Neukalibrierung erforderlich machen.
Die Kalibrierdatei (.hdvcal) des LumiScan X enthält die intrinsischen und extrinsischen Parameter aller 13 Kameras:
-
Die Seriennummer im Dateinamen muss mit der Seriennummer des angeschlossenen LumiScan X übereinstimmen, die sich auf der Rückseite des Kameragehäuses befindet.
-
Standardmäßig werden die Kalibrierdateien unter
C:\ProgramData\HD Vision Systems GmbH\calibrationgespeichert. Geben Sie den Speicherort im Bereich Kalibrierung des LumiScan Viewer an; Hilfe → Kalibrierung anzeigen zeigt Informationen zur aktuell geladenen Kalibrierung. -
Für jede Standardkonfiguration ist ein Standard-Kalibrierbereich festgelegt (Standardkonfigurationen). Eine Kalibrierdatei, die nicht zum aktuellen Messabstand passt, führt zu einer schlechten Punktwolke.
-
Bleibt die Punktwolke trotz richtiger Einstellungen und sauberem Frontglas schlecht, schicken Sie die Kamera zur Rekalibrierung an HD Vision Systems (FAQ: Die Punktwolke ist schlecht).
Einzelheiten finden Sie unter Kalibrierung und FAQ: Wo liegen die Kalibrierdateien und welche benötige ich?.
Tiefenrekonstruktion
Liegen die Kamerabilder und die Kalibrierung vor, lässt sich die Szenengeometrie rekonstruieren: Die Bildbeobachtungen desselben physischen Punkts werden gefunden, und die bekannte Kamerageometrie liefert seine dreidimensionale Position.
Korrespondenz und Epipolargeometrie
Die erste Aufgabe besteht darin, korrespondierende Bildpositionen über die Blickpunkte hinweg zu finden. Ein Oberflächenpunkt erscheint in jeder Kamera an anderen Pixelkoordinaten, und Korrespondenzalgorithmen ermitteln diese Beobachtungen aus dem Bildinhalt. In einem kalibrierten System schränkt die Epipolargeometrie die Suche ein: Bei zwei Kameras muss der Punkt, der einem Punkt im ersten Bild entspricht, auf einer bekannten Linie im zweiten Bild liegen, der Epipolarlinie. Das verkleinert den Suchraum für die Zuordnung. Die Rekonstruktion des LumiScan X nutzt diese Epipolarbedingung zwischen seinen kalibrierten Kameras.
Triangulation aus mehreren Ansichten
Mit mehr als zwei Blickpunkten kann ein Szenenpunkt von mehreren Kameras gesehen werden, und jede Beobachtung fügt eine geometrische Bedingung hinzu. Die dreidimensionale Position lässt sich schätzen, indem die Abweichung zwischen dem projizierten Punkt und seinen Beobachtungen minimiert wird. Eine übliche Formulierung ist:
| Symbol | Beschreibung |
|---|---|
\(\mathbf{X}^{*}\) |
Geschätzter dreidimensionaler Punkt |
\(V\) |
Menge der Kameras, die den Punkt sehen |
\(\pi_i\) |
Projektionsfunktion der Kamera \(i\) |
\(\mathbf{x}_i\) |
Gemessene Bildposition in Kamera \(i\) |
\(w_i\) |
Optionales Konfidenzgewicht |
| Diese Formulierung veranschaulicht das Prinzip der Triangulation aus mehreren Ansichten. Sie ist ein allgemeines mathematisches Modell und bedeutet nicht, dass der LumiScan X intern genau diesen Optimierungsalgorithmus verwendet. |
Tiefenkarten und Punktwolken
Die Rekonstruktion kann verschiedene Darstellungen der Szene liefern. Eine Tiefenkarte ordnet jeder Bildposition einen Abstand zu; eine Punktwolke ist eine Menge rekonstruierter dreidimensionaler Punkte in einem Koordinatensystem. Der LumiScan X berechnet Tiefenkarten mit einer Auflösung von 1,2 MP (1280 × 960) und einem 3D-Punktdurchsatz von 7,2 Millionen Punkten pro Sekunde. Der LumiScan Viewer zeigt das Ergebnis als Punktwolke an. Ihr Koordinatensystem ist das vom LumiScan X ausgegebene: Die Kamera befindet sich im Ursprung und ist in Richtung der Z-Achse ausgerichtet, die Einheit ist Meter.
Eine weitere Verarbeitung entfernt ungültige Messwerte, bewertet die Konfidenz oder extrahiert geometrische Merkmale. Im LumiScan Viewer:
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Depth Range begrenzt die berechneten Abstände auf den Bereich, in dem das Messobjekt liegt, und verbessert damit auch die Leistung (Tiefenbereich).
-
Confidence Threshold filtert Punkte geringer Qualität oder mit Unsicherheit heraus. Der Median- und der Smooth-Outlier-Filter reduzieren das Rauschen, glätten aber auch Kanten; der Box-Filter und der ROR-Filter entfernen Punkte außerhalb eines Quaders oder mit zu wenigen Nachbarn (Verarbeitung).
-
Punktwolken lassen sich als
.plyoder.pcdexportieren (Datenexport).
Technische Merkmale
Wichtige Werte des LumiScan X fasst die wichtigsten Werte des LumiScan X zusammen. Die vollständigen Spezifikationen finden Sie unter Technische Daten des Sensors, Abmessungen des Kameragehäuses, Öffnungswinkel und Standardkonfigurationen.
| Merkmal | LumiScan X |
|---|---|
Bildgebungsprinzip |
Lichtfeld-Bildgebung mit Kamera-Array |
Kamera-Array |
13 × 1,2 MPix, Monochrom, 12 Bit |
Auflösung (Tiefenkarte) |
1,2 MP (1280 × 960) |
Empfohlener Messabstand |
250 - 3000 mm |
Öffnungswinkel (X / Y) |
60° / 45°, 40° / 35° oder 30° / 20°, je nach Variante |
Maximale Bildrate |
6 fps |
Einzelaufnahme / Snapshot |
1000 µs |
Punkt-zu-Punkt-Abstand |
0,84 mm (bei 1 m Messfeldkante) |
Kalibriergenauigkeit |
≤ 0,50 mm (bei 1 m Messfeldkante) |
Zeitliches Z-Rauschen |
≤ 0,50 mm (bei 1 m Messfeldkante) |
Gehäusemaße |
112 mm × 112 mm × 56 mm |
Schutzart |
IP54 |
Welches Messvolumen und welche Leistung in einer Anwendung erreicht werden, hängt von der Konfiguration und den Anwendungsbedingungen ab.
Was die Messqualität bestimmt
Genauigkeit, Präzision und Auflösung
Die Qualität einer dreidimensionalen Messung lässt sich nicht durch einen einzelnen Auflösungs- oder Genauigkeitswert beschreiben. Folgende Eigenschaften sind zu unterscheiden:
- Genauigkeit
-
Wie gut ein Messwert mit einem Referenzwert übereinstimmt.
- Präzision
-
Wie gut sich Messungen unter festgelegten Bedingungen wiederholen.
- Tiefenauflösung
-
Die Fähigkeit, Tiefenunterschiede zu unterscheiden.
- Räumliche Auflösung
-
Die Fähigkeit, getrennte Merkmale über das Messfeld hinweg aufzulösen.
Diese Eigenschaften hängen zusammen, sind aber nicht austauschbar. Eine Tiefenkarte kann viele Pixel enthalten und trotzdem eine erhebliche Unsicherheit in deren Tiefenwerten aufweisen, und ein System kann seine Messungen sehr gut wiederholen und dennoch systematische geometrische Fehler haben. Deshalb nennen die Spezifikationen des LumiScan X Punkt-zu-Punkt-Abstand, Kalibriergenauigkeit und zeitliches Z-Rauschen als getrennte Werte, jeweils bei 1 m Messfeldkante (Wichtige Werte des LumiScan X); keiner davon ist als absolute Genauigkeit einer beliebigen Messung zu lesen. Bewerten Sie Genauigkeit, Präzision, räumliche Auflösung und Messbedingungen getrennt.
Basislinie
Die Tiefenempfindlichkeit hängt von der Basislinie zwischen den Blickpunkten ab (Basislinie und Tiefenempfindlichkeit). Bei gegebener Basislinie wird die Disparität mit zunehmendem Abstand kleiner, sodass die Tiefenschätzung empfindlicher auf kleine Korrespondenzfehler reagiert. Eine längere Basislinie verbessert die geometrische Tiefenempfindlichkeit, vergrößert aber die Perspektivunterschiede zwischen den Kameras; das kann es erschweren, korrespondierende Merkmale zu finden, besonders bei Objekten mit komplexer Geometrie.
Ein Kamera-Array enthält mehrere Kamerapaare mit unterschiedlichen relativen Positionen und damit unterschiedlichen Basislinien. Kürzere Basislinien ergeben kleinere Perspektivunterschiede, was die Korrespondenz vereinfachen kann; längere Basislinien ergeben mehr Parallaxe und können die Tiefenempfindlichkeit verbessern, wenn zuverlässige Korrespondenzen vorliegen. Die Rekonstruktion des LumiScan X nutzt mehrere Basislinien seines Kamera-Arrays und kombiniert ihre Information; so werden diese Eigenschaften gegeneinander abgewogen.
Räumliche Auflösung
Jede Kamera des LumiScan X nimmt ein herkömmliches Bild mit der vollen Auflösung ihres Sensors auf: Anders als eine mikrolinsenbasierte plenoptische Kamera teilt das Array die Pixel eines Sensors nicht auf mehrere Winkelabtastwerte auf. Die Zahl der rekonstruierten Tiefenwerte gibt jedoch nicht an, wie klein ein geometrisches Merkmal sein darf, damit es noch aufgelöst wird. Die räumliche Auflösung wird beeinflusst von:
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Pixelabtastung
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Objektivqualität
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Arbeitsabstand
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Kamerageometrie
-
Bildtextur
-
Rekonstruktionsalgorithmen
-
Messkonfidenz
Die Größe eines auf das Objekt projizierten Pixels wächst mit dem Abstand: Ein Detail, das bei kurzem Arbeitsabstand aufgelöst wird, ist bei größerem Abstand möglicherweise nicht mehr unterscheidbar. Bewerten Sie die erreichbare Auflösung für die vorgesehene Messkonfiguration.
Verdeckungen und Winkelabtastung
Eine einzelne Kamera nimmt nur die Oberflächen auf, die aus ihrem Blickpunkt sichtbar sind. Ein System mit mehreren Ansichten betrachtet die Szene aus mehreren Richtungen, sodass eine Oberfläche, die für eine Kamera verdeckt ist, für eine andere sichtbar bleiben kann. Ein Beispiel ist ein Objekt mit einer Vertiefung: Aus einem Blickpunkt verdeckt die Seitenwand einen Teil des Bodens, aus einem anderen ist dieser Teil sichtbar. Durch die Auswertung der Beobachtungen mehrerer Kameras kann eine Lichtfeldkamera mehr von der Szenengeometrie rekonstruieren als eine einzelne Kamera. Oberflächen, die aus allen Blickpunkten verdeckt sind, lassen sich ohne zusätzliche Annahmen nicht rekonstruieren; wie weit Verdeckungen verringert werden, hängt daher von der tatsächlichen Sichtbarkeit und der Kamerageometrie ab.
Der Abstand der Blickpunkte bestimmt die Winkelinformation: Eng beieinanderliegende Blickpunkte ergeben kleine Perspektivänderungen, weit auseinanderliegende mehr geometrische Vielfalt. Eine Lichtfeldkamera muss die Dichte ihrer Winkelabtastung gegen die erforderliche Basislinie, das Sichtfeld und eine robuste Korrespondenz abwägen.
Schwierige Oberflächen
In der industriellen Bildverarbeitung kommen häufig Oberflächen vor, die schwer zu messen sind: metallische und polierte Bauteile, dunkle Materialien, Objekte mit schwacher Textur, feine Strukturen und komplexe Geometrien mit Vertiefungen oder Verdeckungen.
- Spiegelnde Oberflächen
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Spiegelnde Reflexionen hängen von Blickrichtung, Beleuchtungsrichtung und Oberflächenorientierung ab, sodass ein Glanzlicht in verschiedenen Kameras an unterschiedlichen Bildpositionen erscheint. Das verletzt die Annahme, dass korrespondierende Punkte in allen Bildern dieselbe Intensität haben, und intensitätsbasierte Korrespondenzverfahren können dann falsche Zuordnungen liefern. Die zusätzlichen Blickpunkte eines Lichtfelds lassen sich auf Konsistenz prüfen; je nach Rekonstruktionsverfahren hilft das, stabile geometrische Information von blickrichtungsabhängigem Erscheinungsbild zu trennen. Stark spiegelnde Oberflächen bleiben schwierig, besonders wenn große Bereiche übersteuert sind oder zu wenige erkennbare Merkmale enthalten. Show Overexposure im LumiScan Viewer markiert überbelichtete Pixel rot (Kameraeinstellungen); passen Sie Belichtungszeit oder Beleuchtung entsprechend an.
- Texturarme Oberflächen
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Eine Oberfläche mit nahezu gleichmäßiger Intensität enthält wenig lokale Bildinformation, was eindeutige Korrespondenzen zwischen den Blickpunkten erschwert. Zusätzliche Kameras liefern weitere geometrische Beobachtungen, erzeugen aber keine fehlende Bildtextur. Für solche Oberflächen projiziert der Musterprojektor LumiScan SL, ausgelöst über das Trigger-Out-Signal des LumiScan X, ein Muster auf die Oberfläche; diese künstliche Textur ermöglicht es, Korrespondenzen zu finden. Je nach Anwendung können auch eine andere kontrollierte Beleuchtung oder zusätzliche Oberflächeninformation helfen.
- Komplexe Geometrie
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Vertiefungen, überlappende Strukturen und sich schnell ändernde Oberflächenorientierungen verursachen erhebliche Verdeckungen. Mehrere Blickpunkte verbessern die geometrische Abdeckung, die Beobachtungen müssen aber weiterhin eine zuverlässige Korrespondenz erlauben. Die Messqualität hängt davon ab, wie sich die sichtbaren Oberflächen über das Kamera-Array verteilen.
Arbeitsabstand und Messvolumen
Der Arbeitsabstand ist der Abstand zwischen der Kamera und dem Messobjekt; das Messvolumen ist der Bereich, in dem eine zuverlässige dreidimensionale Rekonstruktion möglich ist. Beide hängen von der optischen Konfiguration ab. Bei gegebenem Sichtfeld wächst die erfasste Fläche mit dem Abstand, während die projizierte Größe eines Merkmals abnimmt, und auch die Tiefenempfindlichkeit ändert sich. Die Wahl des Arbeitsabstands ist daher ein Kompromiss zwischen Messvolumen, räumlicher Auflösung, Tiefenempfindlichkeit, Sichtbarkeit und optischer Konfiguration: Kurze Arbeitsabstände begünstigen hohe geometrische Detailtreue, große Objekte oder Roboterarbeitsräume können längere erfordern.
Mit dem LumiScan X werden je nach Konfiguration bei Messabständen von 250 - 3000 mm und Messvolumina von 200 - 3360 mm optimale Ergebnisse erzielt. Jede Standardkonfiguration legt Fokus, Standard-Kalibrierbereich und Sichtfeld bei minimalem und maximalem Arbeitsabstand fest (Standardkonfigurationen). Wählen Sie die Konfiguration nach den Anforderungen der Anwendung, und stellen Sie Depth Range auf die tatsächliche Position des Messobjekts ein.
Ergebnisse interpretieren und validieren
Eine rekonstruierte Punktwolke ist eine Schätzung der sichtbaren Szenengeometrie, keine validierte Messung. Einzelne Punkte können Unsicherheiten aus der Kalibrierung, der Korrespondenz, optischen Effekten oder den Oberflächeneigenschaften enthalten. Bewerten Sie die Ergebnisse für industrielle Messaufgaben anhand bekannter Referenzobjekte oder -geometrien. Je nach Anwendung kann die Validierung umfassen:
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Vergleich mit Referenzmessungen
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Bewertung systematischer Abweichungen
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Wiederholbarkeitstests
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eine Bewertung der Messunsicherheit
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Tests über das gesamte vorgesehene Arbeitsvolumen
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Tests unter repräsentativen Beleuchtungs- und Oberflächenbedingungen
Enable Capture Statistics im LumiScan Viewer zeigt die gültigen Punkte (Valid Points) und den Anteil gültiger Punkte (Valid Ratio) einer Aufnahme an (Datenexport). Dokumentieren Sie die ermittelte Leistung zusammen mit den Messbedingungen, besonders wenn 3D-Daten für Maßprüfung, Roboterpositionierung oder automatisierte Qualitätsentscheidungen verwendet werden.
Zusammenfassung: Warum Lichtfeld-Bildgebung mit einem Kamera-Array?
Die Lichtfeld-Bildgebung erweitert die herkömmliche Bildaufnahme, indem sie sowohl die räumliche Verteilung als auch die Ausbreitungsrichtungen des Lichts erfasst; dadurch lässt sich dreidimensionale Geometrie aus mehreren Perspektiven rekonstruieren. Mikrolinsenbasierte plenoptische Kameras erfassen die Winkelinformation innerhalb eines einzigen optischen Systems; Kamera-Arrays nehmen mehrere Blickpunkte mit räumlich getrennten Kameras auf.
Der LumiScan X folgt dem zweiten Ansatz: Er kombiniert 13 gleichzeitig aufgenommene Bilder in einer kalibrierten geometrischen Anordnung. Das bietet:
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Bildaufnahme mit voller Auflösung aus mehreren Blickpunkten
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physische Basislinien, die zu industriellen Messgeometrien passen
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Beobachtungen aus mehreren Ansichten, die die geometrische Abdeckung verbessern können
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passive dreidimensionale Rekonstruktion
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einen kompakten Sensor für die industrielle Bildverarbeitung
Die gewonnenen Daten dienen Anwendungen wie 3D-Prüfung, Roboterführung, Objekterkennung und Posenschätzung. Der Kamera-Array-Ansatz beseitigt nicht die grundlegenden Herausforderungen der dreidimensionalen Bildgebung; er bietet zusätzliche Freiheit bei der Wahl der Geometrie und der Abtastung der Lichtfeldaufnahme. Der LumiScan X nutzt diese Freiheit, um die Lichtfeld-Bildgebung mit Kamera-Arrays in die industrielle Automatisierung zu bringen.
Literatur
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Levoy, M., and Hanrahan, P. (1996). Light Field Rendering. Proceedings of SIGGRAPH.
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Gortler, S. J., Grzeszczuk, R., Szeliski, R., and Cohen, M. F. (1996). The Lumigraph. Proceedings of SIGGRAPH.
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Ng, R., et al. (2005). Light Field Photography with a Hand-Held Plenoptic Camera. Stanford University.
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Lumsdaine, A., and Georgiev, T. (2009). The Focused Plenoptic Camera. IEEE International Conference on Computational Photography.